Paneele als Wandverkleidung
Raufasertapete liegt nicht mehr im Trend. Fliesen und Kacheln sind nicht unbedingt eine Alternative. Wie aber sieht es mit Holz aus, mit Wandpaneelen? Welche Gestaltungsmöglichkeiten dieser Werkstoff heute möglich macht, war vor Jahren noch nicht abzusehen. Dabei müssen die Paneele nicht zwingend aus Holz gemacht sein, auch wenn der Begriff Wandpaneel oder Deckenpaneel mit diesem Material häufig in Verbindung gebracht wird.
Paneel bedeutet so viel wie Tafel. Es handelt sich also um eine Vertäfelung. Der Begriff ist Plattdeutsch. Viele Menschen verbinden mit Wandpaneelen die gewöhnlichen Holzpaneele in Eiche rustikal. Als Material kann ebenso Eschen-, Buchen- oder Kirschholz herhalten. Aber hier hat sich viel geändert. Mittlerweile gibt es Wandpaneele aus allen für Innenräume geeigneten Materialien, darunter auch Glas, Stahl, Beton oder Kunststoff. Wand- und Deckenpaneele haben, so wird es meist empfunden, ein ansprechend wirkendes Aussehen und gegenüber Raufaser auch einige technische Vorteile.
Was muss getan werden, wenn die Raufasertapete langweilig wird? Sie muss entfernt werden, bevor etwas Neues die Wand zieren kann. Doch so einfach ist das nicht. Es kostet Zeit, Energie und einige Nerven sie rückstandslos von der Wand zu bekommen. Alte Fliesen zu entfernen ist mit noch höherem Kraftaufwand verbunden. Es hilft nicht besonders, sich einreden zu wollen, dass diese Retrofarben eigentlich schon wieder modern sind.
Paneele werden meist an die Wandfläche geschraubt oder genagelt. Mit einer passenden Untergrundkonstruktion geht das recht einfach. Ein Rückbau ist ebenfalls leichter als bei anderen Wandverkleidungen, abgesehen von geklebten Varianten, zu bewerkstelligen. Selbst ein Hobbyhandwerker hat hier leichtes Spiel. Gefällt die Wand irgendwann nicht mehr, ist jederzeit ein recht einfacher Austausch möglich.
Die Montage gestaltet sich einfach. Zunächst muss eine Unterkonstruktion, die aus Holzlatten besteht, gerade an die Wand schraubt werden. Auf dieser sind dann die Wandpaneele zu montieren. Sind die Paneele strukturiert oder mit Fugen versehen, ist vorab zu überlegen, wie das fertige Muster aussehen soll. Das wirkt sich auf die Optik aus und minimiert Verschnitt.
Dem Aussehen der Paneele sind wie beim Material kaum Grenzen gesetzt. Es gibt Paneele in Holzoptik, mit reflektierender Oberfläche und mit Fliesen- oder Tapetenmuster. Zu beachten ist bei Holz, dass es ein lebendiges Material ist. Es ändert schon mal bei Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchte geringfügig seine Länge. Als Untergrund für Tapete sind Holzpaneele deshalb nicht geeignet. Hier könnte es zu einer Falten- oder Blasenbildung kommen.
Wandpaneele haben noch weitere Vorteile. So kann die Unterkonstruktion, wenn sie entsprechend eingerichtet ist, mit Dämmstoff ausgefüllt werden. Für diese Innendämmung sollten allerdings nur wirklich geeignete Materialien Verwendung finden, um einer Schimmelbildung vorzubeugen. Die Dämmung bietet einen guten Schallschutz.
Wer also gerne Abwechslung bei der Gestaltung seiner Wohnräume hat und der Platz für etwa fünf Zentimeter dickere Wände vorhanden ist, kann das mit dekorativen Wandpaneelen ohne größeren Arbeitsaufwand möglich machen.